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Nachgedacht


Was macht u.a. den Unterschied zwischen Tradinganfänger und Erfahrenen Händler aus ...? – Spannende Frage.

Einen erfahrenen Händler erschreckt es nicht mehr, wenn das Ende eines Trades auf der negativen Seite absehbar wird, nie gibt er sich zur Beruhigung dem Glauben an das Übernatürliche hin, sondern bleibt auch bis zum Ende solcher Trades der Vernunft verpflichtet. Mittels Vernunft, so eine gewachsene Erkenntnis der Jahre, nimmt ein Händler demnach wahr, dass er zwar seine Sichtweise zum Thema »Was denke ich, was Spekulieren und Traden ist?« ändern könne, aber nie den Marktverlauf selbst.

Daher, gibt es nur zwei Möglichkeiten, dem Verlust einer Position zu begegnen: auf dem Weg der Vernunft, und damit Konto und Psyche schonend, oder auf dem Weg der Illusion, verbunden mit der bettelnden Hoffnung auf Wiederkehr der einst angedachten Marktrichtung.

… wie sieht es aber oftmals zu Beginn aus?

Bereits in den ersten Wochen seiner Karriere ringt ein Tradinganfänger mit der Allgegenwart des Verlustes. Jeder Trader tut dies zu Beginn. Etwas hochtrabend könnte man daher niederschreiben: »… das Leben als angehender Händler ist nur ein fortdauerndes gehemmtes Sterben, irgendwie eine Art aufgeschobener Tod …«

Andernfalls könnte man diesen auch als eine verhängnisvolle Reise beschreiben: »…was für ein enormer Abstand liegt doch zwischen den Gefühlen und Gedanken des ersten Trades und, wenn das so weiter geht, dem absehbaren Ende: Das Prickeln der Begierde ist vergleichbar mit dem Gefühl, das man hat, wenn man das allererste Mal im Leben ein großes Spielcasino betritt…«

NAch Jahren  hingegen spürt man, wenn man an die bisher stattgefundene Zerstörung des Kontos denkt, stattdessen ein Frösteln und bildet sich ein, den Leichengeruch der einstigen sinnlosen Minustrades förmlich riechen zu können! Und hinsichtlich des allgemeinen Wohlbefindens und Lebensgenusses verläuft der Weg zwischen diesen beiden Stationen stetig bergab: zu Anfang die ungeduldig erwartete Kontoeröffnung und die unbekümmerten ersten Trades, dann die durch erste größere Kontoverluste hervorgerufenen Zweifel, danach die Experimente mit verschiedensten Handelsregeln und weitere Verluste und Zweifel, die ersten mit Grübeln verbrachten Nächte und die mühseligen Versuche, mehr Fachwissen zu erlangen, das stetig größer werdende Misstrauen gegenüber den Charts und den Märkten, zuletzt weiteres kräfte- und geldraubendes Antraden gegen die eigenen Gefühle; kurzum: Die Marter der vielen sinnlosen Trades und die Erkenntnis, in ernsten Schwierigkeiten zu stecken, ohne eine Lösung finden zu können. 

Fazit: Die Theorie des Börsenhandels verlangt einen klaren und scharfen Kopf, dessen Praxis hingegen einen ganzen Mann.

Michael Voigt

 

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